Zwischen Kamtschatka und Alaska – Die Grafiken Wannhoffs ...
Sonderausstellung „Zwischen Kamtschatka und Alaska – Die Grafiken Wannhoffs über die Große Nordische Expedition 1733 bis 1743“
Mit der Sonderausstellung „Zwischen Kamtschatka und Alaska – Die Grafiken Wannhoffs über die Große Nordische Expedition 1733 bis 1743“ würdigt das Meeresmuseum den Berliner Künstler Ullrich Wannhoff.
Im Rahmen der Vernissage am 25. Februar hält er um 18 Uhr zudem einen Vortrag.
(Stralsund, 22.01.2026) Eine der größten Forschungs- und Entdeckungsreisen der Neuzeit war die Zweite Kamtschatka-Expedition, die auch als Große Nordische Expedition (1733–1743) in die Geschichte einging. Der dänische Kapitän und Kommandeur in russischen Diensten Vitus Bering (1681–1741) leitete die Unternehmung, in die mehr als 3000 Personen direkt oder indirekt involviert waren. Auch der deutsche Naturforscher Georg Wilhelm Steller (1709–1746) nahm an der Seereise von Kamtschatka nach Amerika teil. Steller war der Frühen Aufklärung in Halle verbunden und stand somit im Widerstreit mit Bering und der russischen Gesellschaft. Auf dem Rückweg strandeten die Reisenden auf einer von Menschen unbewohnten Insel, die später den Namen Beringinsel erhielt. Einunddreißig Seeleute starben an Auszehrung und Skorbut.
Der Berliner Künstler Ullrich Wannhoff reiste seit 1991 selbst in die nordöstlichsten Gebiete Russlands und nach Alaska. Auf der Beringinsel lebte er oft monatelang unter einfachsten Bedingungen, eng verbunden mit der Natur. Für das im Oktober 2025 erschienene Buch „Gestrandet zwischen Alaska und Kamtschatka. Der Naturforscher Georg Wilhelm Steller (1709–1746) und die Große Nordische Expedition 1733–1743“ war er nicht nur auf Spurensuche vor Ort, sondern recherchierte auch in zoologischen Sammlungen, Bibliotheken und Archiven von Berlin über Petersburg bis Washington.
Seine Reisen und die Geschichte der Expedition inspirierten Wannhoff zu zahlreichen Grafiken, die in das Buch einflossen und vom 25. Februar bis 17. Mai im Standort MEERESMUSEUM zu sehen sind. Mit expressivem Strich zeigt der Künstler in seinen Werken die raue Landschaft, die Mensch und Tier auszehrte und im Überlebenskampf zu Konkurrenten machte. Starke Kontraste und sparsamer Farbeinsatz unterstreichen die unwirtliche Natur.
Ullrich Wannhoff – Künstler, Maler und Grafiker – wurde 1952 in Aue geboren und studierte Theatermalerei an der Dresdner Kunsthochschule. Er unternimmt seit 1991 bis heute Langzeitreisen in arktische Regionen Amerikas und Russlands. Die gesammelten Erfahrungen finden in Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Fotografien ihren Niederschlag. Darüber hinaus entstanden einige Publikationen. Wannhoff lebt heute als freiberuflicher Künstler in Berlin.
Die aktuell gezeigte Ausstellung „MEER in Sicht – Die Modernisierung im Fokus“ von der Fotografin Anke Neumeister ist noch bis 15.02.2026 im Standort MEERESMUSEUM zu sehen.
Weitere Informationen: www.deutsches-meeresmuseum.de
Pressebilder
01 Ullrich Wannhoff, Rotgesichtscharbe und der Tod, Mischtechnik: Tempera und Pastell, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
02 Ullrich Wannhoff, Die „St. Peter“ segelt an den Klippen vorbei, Mischtechnik: Tempera und Pastell, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
03 Ullrich Wannhoff, Aufgeschreckte Möwe, Mischtechnik: Tempera und Pastell, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
04 Ullrich Wannhoff, Die Seekuh zieht sich in die Tangwälder zurück, Mischtechnik: Tempera und Pastell, VG Bild-Kunst, Bonn 2026